Paprika waschen, Möhren schälen und Obst schneiden – gemeinsames Kochen macht nicht nur Spaß, es ist auch eine tolle Möglichkeit, spielerisch Deutsch zu lernen. „Für die Integration ist Sprache unverzichtbar – und die kann man nicht nur auf der Schulbank lernen“, sagte Judith aus der neugegründeten Betreuungsgruppe. Ihre Idee ist es, den Jugendlichen ein bisschen Abwechslung zu bieten und ihnen dabei interaktiv beim Deutschlernen zu helfen.

Als Kinder und Jugendliche schon eine Flucht durchlebt zu haben und auf einmal in einem ganz anderen Land von vorne anzufangen – für die unbegleiteten Minderjährigen ist dies zu einem Teil ihrer Realität geworden. Die Betreuungsgruppe möchten es ihnen ermöglichen, dabei das normale Leben der Jugendlichen nicht zu vergessen. Jeden Dienstag treffen sich Judith, Naema, Lena, Janina, Nele und Romina mit geflüchteten Minderjährigen, um mit ihnen gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen: eine kleine Stadt-Rallye durch Erfurt, einen Besuch im Park oder im Zoo. 

Gerade in Zeiten zunehmender rechtsradikaler Tendenzen sehen sie es als ihre Verantwortung, den jungen Menschen zu zeigen, dass sie hier Willkommen sind und dass es viele Leute gibt, die sich für sie interessieren. „Es ist wichtig, die hier aufwachsende Generation zu integrieren und ihnen die Chance zu geben, das zu auf der Flucht erlebte zu verarbeiten, damit sie wieder zu dem werden können, was sie sind –  ganz normale Kinder und Jugendliche“, sagt Naema. Das kann ganz einfach sein: beim Tiernamen Lernen im Zoo oder beim gemeinsamen Gemüse Schnippeln und Kochen. 
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